Mehr Mitgefühl und Verständnis, ist das möglich?

Wir schauen, verurteilen, wissen es besser. Wir finden uns auf beiden Seiten wieder, wir sind Verurteilte und Urteilende. Wie anstrengend! Warum handeln wir immer wieder auf diese Art und Weise? Wer kennt, nicht das stumpfe Gefühl, wenn man gesagt bekommt, wie man es hätte richtig machen sollen, nein müssen. Wie dumm von einem, wie steht man jetzt da? Was erlaubt sich der andere, das vor allen Leuten so unverblümt mitzuteilen? Im nächsten Augenblick hat man schon das Bedürfnis einem anderen Menschen mitzuteilen, wie er denn dieses oder jenes zu tun hätte. Genauso schonungslos wird es hinaus triumphiert. Wir haben Angst nicht gut genug zu sein. Unser Ego schaltet sich ein, um uns scheinbar größer zu machen. In Wahrheit leiden alle Beteiligten früher oder später unter der Situation. Der Urteilende bemerkt, dass er keinen wahren Gewinn erreicht hat und schmeckt den fahlen Beigeschmack seiner Verurteilung. Der Beurteilte fühlt sich klein und nimmt sich vor, beim nächsten Mal vorsichtiger zu sein und verschließt sein Herz.

Ich möchte hiermit zu mehr Mitgefühl und Verständnis aufrufen. Warum können wir nicht den anderen so sein lassen wie er ist? Können wir seine „Andersartigkeit“ nicht einfach mal aushalten? Wir wissen nicht, wo er herkommt, welchen Weg er gegangen ist, warum er sich so verhält. Wird er dann nicht zu einem von uns? Sind wir nicht alle eins? Schaffen wir es, unsere Urteile für uns zu behalten und anstatt einen Keim des Unfriedens einen Keim der Hoffnung zu setzen?

Können wir Dinge, die uns stören mit Verständnis und Liebe begegnen? Erschaffen wir so nicht für uns selber mehr Freiheit. Dürfen wir nicht so auch auf mehr Verständnis von anderen hoffen? Sind wir nicht oft viel zu kleinlich und ersticken jegliche Freude im Keim? Wollen wir uns nicht gemeinsam aus dem Tal des Jammers und Verurteilen herausbewegen? Ich weiß, es ist nicht einfach, wie oft ertappe ich mich selber immer wieder am Boden dieses Tals! Aber die Erkenntnis ist bekanntlich der erste Weg zur Veränderung.

Der Dalai Lama ist ein besonderer Verfechter von Mitgefühl und lebt diese Philosophie auch wirklich. Er schreibt in einem Blogbeitrag:

Alle Menschen, denen ich begegne, versuche ich wie alte Freunde zu behandeln. Das macht mich wirklich glücklich. Das ist die Praxis von Mitgefühl.

Er bezeichnet Mitgefühl sogar als Schlüssel zu einer glücklicheren und erfolgreicheren Welt auf allen Ebenen der Gesellschaft.

Mein Wunsch an Dich: Versuche in den nächsten Tagen besonders verständnisvoll zu sein und übe Dich in Mitgefühl. Zusammen schaffen wir eine bessere Welt!

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